ATHEMblog 22: Unterschätzt werden? Kenn ich.
ATHEMblog 22: Unterschätzt werden? Kenn ich.

Warum genau das einer meiner wesentlichen Antreiber ist.
Geschrieben von Toni
„Ach so, ihr seid ja nur ein weiterer Coworking-Space.“
Genau so hat es sich am Anfang oft angehört. Kaum jemand wusste, wer wir sind, was wir wirklich tun und was ATHEM eigentlich ausmacht. Viele haben uns auf die Räume reduziert – schön, stylisch, funktional und inspirierend. Aber das war nur die Oberfläche. Und vielleicht war genau das gut so. Denn unterschätzt zu werden, das ist nicht neu für mich. Es ist Teil meiner Geschichte. Und es ist Antrieb geworden.
Von Anfang an mittendrin – aber nie im Mittelpunkt.
Ich bin mit vier Jahren nach Deutschland gekommen. Ich war der eine Junge in der Klasse, der die Sprache erst lernen musste, der sich in einem neuen System behaupten musste, der mit anderen Voraussetzungen startete als viele um ihn herum. Und: Ich war der mittlere von drei Brüdern. Nicht der Große, der alles zuerst macht. Nicht der Kleine, der Aufmerksamkeit einfordert. Ich war der in der Mitte – der, der liefern musste, um gesehen zu werden.
Und so habe ich früh gelernt, meinen Weg zu gehen. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn sie nicht offiziell verteilt wurde. Ich habe gelernt, präsent zu sein, ohne laut zu sein. Ich wollte nie „der Beste“ sein, um mich zu profilieren. Ich wollte wirksam sein. Ich wollte gestalten, verbessern, voranbringen. Ob im Sport, im Studium oder im Job – ich habe alles gegeben, um zu zeigen: Ich kann das. Ich will das. Ich mach das.
Diese Haltung hat mich schnell in Positionen gebracht, in denen andere länger gebraucht haben. Mit 32 war ich dort, wo viele sagten: „Zu jung. Zu wenig Erfahrung.“ Was ich war: hungrig. Reflektiert. Bereit. Und rückblickend wahrscheinlich die beste Lösung für genau diese Aufgabe. Auch wenn das viele erst später erkannt haben.

Warum wir ATHEM gegründet haben – obwohl ich nie gründen wollte.
Selbstständig zu sein, war nie mein Ziel. Ich hatte einen sehr guten Job, sehr gutes Geld, sehr viel Verantwortung. Von außen sah alles perfekt aus. Innen war es toxisch. Und ich wusste: Wenn ich so weitermache, verliere ich mich. Also haben Karin und ich uns entschieden, auszubrechen.
Wir wollten keinen weiteren Anbieter im Markt. Wir wollten einen echten Ort schaffen. Einen Möglichkeitsraum. Ein Zuhause für Menschen, die gestalten wollen – so wie wir. Kein Marketing-Blabla, kein Glitzer-Konzept, sondern Substanz. Haltung. Mut.
ATHEM ist genau daraus entstanden. Aus dem Bedürfnis, eine Arbeitswelt zu schaffen, in der man sein darf, wie man ist. Und wachsen kann – ohne sich zu verbiegen.
Gründen in Deutschland – ehrlich gesagt? Ein Witz.
Du denkst, du wirst gefeiert? Falsch. Du bekommst Briefe. Von der GEZ. Vom Finanzamt. Von der IHK. Nicht ein einziger sagt: Danke, dass du etwas für die Gesellschaft tust. Danke, dass du ein Unternehmen aufbaust, Arbeitsplätze schaffst, Menschen verbindest.
Es ist ein Hindernisparcours. Aber wir haben ihn genommen. Mit vielen Rückschlägen. Mit schlaflosen Nächten. Mit Momenten, in denen wir dachten: Vielleicht war das doch keine gute Idee. Aber wir sind weitergegangen. Weil wir wussten, wofür wir das tun.
Karin war (und ist) dabei mein größter Anker. Wenn ich die Richtung aus den Augen verloren habe, war sie da. Immer mit einem klaren Blick. Immer mit dem nötigen Realismus – und gleichzeitig einer riesigen Portion Optimismus. Ohne sie gäbe es ATHEM nicht.
ATHEM ist mehr als Räume. Es ist eine Haltung.
Natürlich haben wir tolle Räumlichkeiten. Und ja, wer einmal da war, bleibt oft nicht nur wegen des Designs – sondern wegen des Gefühls. Wegen der Atmosphäre. Wegen der Menschen.
Aber das ist nur ein Teil. ATHEM ist:
- eine Akademie für neues Denken.
- eine Community für Macherinnen und Macher.
- ein Raum für Gespräche, wie man sie sonst nur an der Kaffeemaschine führt.
Und ja: ATHEM ist ein Ökosystem – mit Produkten, Formaten und Räumen – aber immer mit einem klaren Ziel: Dir zu helfen, deine Herausforderungen, Hindernisse oder persönlichen Entwicklungsschritte besser zu bewältigen und deine Kreativität zu entfalten, um Lösungen zu finden.
Apropos Kaffeemaschine: Ich bin tatsächlich oft dort. Nicht, weil ich keine anderen Aufgaben habe – sondern weil genau dort die besten Gespräche entstehen. Gespräche, die nichts verkaufen, aber alles verändern.
Was ich heute mache – und was kommt.
Neben meiner Arbeit bei ATHEM bin ich tief eingestiegen in das digitale Planen und Bauen – mein Leidenschaftsthema. Ich begleite die strategische Geschäftsentwicklung bei der Scala X GmbH und bin als BIM-Manager bei der Building Information Management GLW GmbH aktiv.
Was ich dabei sehe, bestätigt mich jeden Tag: Die Potenziale im Bauwesen sind riesig – wenn man Digitalisierung nicht als Buzzword, sondern als Werkzeug für Effizienz, Transparenz und bessere Zusammenarbeit versteht.
Und genau hier werden wir weiter wachsen. In den nächsten Wochen und Monaten kommt noch einiges – ihr könnt gespannt sein.
Und noch zu heute? Heute investieren wir.
Noch letztes Jahr saßen wir im Sommerloch. Kaum Einnahmen, große Zweifel. Heute investieren wir. In neue Formate. In unsere Community. In Menschen. Und in Startups.
Das schönste Beispiel dafür ist der ATHEMclub. Unsere neueste Initiative. Ein Ort für Menschen, die liefern wollen. Die gut sein wollen. Die vielleicht selbst oft unterschätzt wurden – und daraus gelernt haben, Haltung zu entwickeln.
Karin, Dana und Sina haben diesen Club mit so viel Liebe, Verstand und Struktur aufgebaut – ich bin einfach stolz. Bis Ende des Jahres könnt ihr kostenlos dabei sein. Den Link findet ihr ganz unten.
Was bleibt? Die Erkenntnis, dass unterschätzt zu werden kein Makel ist.
Es ist eine Chance. Wenn du bereit bist, zu liefern. Wenn du bereit bist, nicht auf Anerkennung zu warten – sondern Wirkung zu erzeugen. Dann passiert Großes. Und genau dafür stehen wir bei ATHEM.
Und wenn du mal vorbeikommst – und ich bin da – dann bekommst du von mir einen Kaffee. Kein Show-Drink. Sondern echtes Interesse. Und vielleicht ein Gespräch, das dich weiterbringt.
Wie Forrest Gump gesagt hat: „Dumm ist der, der Dummes tut.“
Und wir tun das Beste, was wir können: Mit Haltung, mit Demut – und mit einer klaren Idee davon, wie Zukunft gelingen kann.
Also, wer beim ATHEMclub dabei sein will…